EIN LAND VOLLER FASZINATIONEN

Geographie

Im Nordosten Afrikas gelegen, rund 3.000 km von Deutschland entfernt, grenzt Ägypten im Westen an Libyen, im Süden an den Sudan und im Osten an das Rote Meer und Israel. Ein Großteil des zwischen dem 21.5 und dem 31.5 Breitengrad liegenden Landes ist Wüste. Der Nil, der Ägypten mit rund 1.000 km von Süden nach Norden durchläuft, hat eine Gesamtlänge von 6.671 km und wird auch als die „Lebensader Ägyptens“ bezeichnet. Im Norden mündet er in das große fruchtbare Nildelta, im Westen wird er von der Libyschen Wüste umgeben, im Osten von der Arabischen Wüste.

Klima

In Ägypten scheint fast immer die Sonne. Im Wesentlichen gibt es zwei Klimazonen: Am Mittelmeer und im Delta herrscht gemäßigtes Klima, in den Wüstengebieten und in Oberägypten Wüstenklima – im Sommer ist es hier tagsüber sehr heiß und nachts sehr kühl. Zwischen November und März muss man in Kairo, Alexandria und im Delta hin und wieder mit Regen rechnen; in Oberägypten regnet es nur sehr selten. Zwischen März und Mai tritt der „Chamâsîn“ auf, ein heißer fönartiger Wind. In den Wüstengebieten verdunkelt der „Sobaa“, ein Wirbelsturm, in diesen Monaten manchmal den Himmel. Im Winter kann es in Kairo zuweilen recht kühl sein. Die angenehmsten Reisemonate sind von Oktober bis April; dann steigen die Temperaturen mittags selten über 25 °C. In den Sommermonaten sind Temperaturen von 35 bis 40 °C in Oberägypten sowie in den Oasen nicht selten, und im Norden des Landes kann es im Juli und August oft sehr schwüle Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit geben.

Flora und Fauna

Aufgrund der überwiegend trockenen Bedingungen und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung setzt sich die Flora vorwiegend aus Kulturpflanzen zusammen. Die Vegetation beschränkt sich in Ägypten überwiegend auf das Nildelta, das Niltal und die Oasen. Die meist verbreitete Baumart ist die Dattelpalme. Wegen des trockenen Klimas gibt es in Ägypten auch nur wenige einheimische Wildtierarten. Während in den Wüstengebieten vor allem Gazellen, Eidechsen Springmäuse und Skorpione leben, sind Wüstenfüchse, Hyänen, Wildschweine, Schakale, Wildesel und Mungos vor allem im Deltagebiet sowie in den Bergen entlang des Roten Meeres verbreitet. Die in früheren Zeiten noch zahlreich vertretenen Krokodile finden heute nur noch am Oberen Nil im Nassersee einen geeigneten Lebensraum.

Sehenswertes

Kairo

Kairo ist die größte Stadt des afrikanischen Kontinents und hat 9,2 Millionen Einwohner im administrativen Stadtgebiet (Kairo) und 16,2 Millionen Einwohner (2014) in der Metropolregion (Kairo, Gizeh und Al-Qalyubiyya). Kairo gilt als das „Tor zum Orient“. Wer das erste Mal nach Kairo kommt, ist wahrscheinlich zunächst von der Größe der Stadt und ihrer unglaublich dichten Besiedelung überwältigt. Die Straßen sind, obwohl sie teilweise vierspurig in eine Richtung führen, mit klapprigen Autos, Bussen, Eselskarren und reichlich beladenen Fahrrädern verstopft. Dennoch sollte man Kairo unbedingt besuchen. Man erhält unvergessliche Eindrücke von einer einzigartig lebendigen Metropole. In den engen, verwinkelten Gassen der Stadt trifft man Leute, die ihre Waren oder Dienstleistungen anbieten. Auf den Märkten erleben Sie das typisch orientalische Flair. Kairo ist eine Stadt der Extreme: Armut und Reichtum, weit verbreitetes Analphabetentum und Internetcafés, Lehmziegelhäuser und Wolkenkratzer. Ärmliche Bauten und repräsentative Gebäude stehen in Kairo systemlos nebeneinander. Altertümliche Moscheen inmitten moderner Hochhäuser und dazwischen wiederum Paläste mit gepflegten grünen Gärten. Um einen groben Überblick von Kairo zu bekommen, sollte man den Kairo Tower besteigen. Von dort aus kann man die Stadt mit ihren Moscheen, Kirchen, Straßen, Plätzen und dem Nil gut überschauen. Ein besonders markantes Bauwerk ist die Zitadelle. In dieser Zitadelle steht unter anderem die Mohamed Ali Moschee, die auch unter dem Namen „Alabaster Moschee“ bekannt ist. Ein Besuch der Zitadelle lohnt sich, da sie auf einer Anhöhe erbaut wurde und sich somit auch hier ein schönes Panorama von Kairo bietet. Der Khan El Khalili ist der größte touristische Basar in der Altstadt Kairos, bei dem noch das orientalische Flair, von dem Kairo im Mittelalter geprägt wurde, zu spüren ist.

Suezkanal

Der 193 km lange Suezkanal (arabisch: Qanāt as-Suwais) ist ein künstlicher Wasserweg vom Mittelmeer zum Roten Meer, über die nur 113 km breite Landenge von Suez. Der Suezkanal verbindet die zwei Hafenstädte Port Said und Suez miteinander. Seit der Errichtung ist es nicht mehr notwendig um das Kap der Guten Hoffnung im Süden Afrikas und damit um den ganzen Kontinent Afrika von Europa nach Asien zu fahren. Der Kanal wurde von der französischen Suezkanal- Gesellschaft unter Leitung von Ferdinand de Lesseps erbaut. Die Pläne dafür entwarf bereits ab 1838 der österreichische Eisenbahnpionier Alois Negrelli. Für die Schifffahrt wurde der Kanal am 16. November 1869 freigegeben. Später übernahmen die Engländer den Kanal. Unter dem ägyptischen Präsidenten Nasser wurde der Kanal am 26. Juli 1956 verstaatlicht, was die Suezkrise auslöste, denn am 29. Oktober 1956 griffen israelische, britische und französische Truppen Ägypten an. Durch das Eingreifen der UNO, der USA und der UdSSR wurde die Auseinandersetzung jedoch relativ rasch beendet und der Kriegsschauplatz bereits am 23. Dezember 1956 wieder geräumt. Versenkte Schiffe versperrten die Durchfahrt jedoch noch bis 1957. Im Sechstagekrieg rückte Israel am 9. Juni 1967 wieder bis zum Kanal vor und besetzte sein Ostufer vollständig. Von 1967 bis 1975 war der Kanal geschlossen. Der Suezkanal ist heute eine der meist benutzen Schifffahrtsstraßen der Welt. Ägypten will in einem Mammutprojekt den Suezkanal erweitern. Geplant  ist der Bau eines zweiten, kleineren Kanals, der parallel zur bereits existierenden Schiffsroute führt. Die neue Achse soll mit einer Länge von 72 Kilometern den 193 Kilometer langen Hauptkanal entlasten. Der Bau, der im August 2015 realisiert werden soll, wird allein aus ägyptischen Mitteln finanziert.

Assuan

Assuan liegt ungefähr 876 km südlich von Kairo. Der Ort wurde wegen seines trockenen Klimas schon im vorigen Jahrhundert als Winterkurort geschätzt. Hier wohnen vor allem Nubier, die eine dunklere Hautfarbe als die Ägypter haben. Auf der Insel Elephantine befand sich einst die Hauptstadt des 1. oberägyptischen Gaues. Besonders reizvoll ist eine Bootsfahrt auf dem Nil mit einer traditionellen Felukke. Dabei kann man zum Beispiel am Ufer von Elephantine das berühmte Nilometer sehen. Hier wurde der Wasserstand des Nils bei Eintreten der Flut gemessen. In selbstgebastelten Booten kommen Kinder zu den Touristen gerudert und singen Lieder. Empfehlenswert ist ein Besuch auf Lord Kitchener´s Island mit seinem botanischen Garten. Auf einer Anhöhe am westlichen Nilufer liegt das Mausoleum des Aga Khan III. Der 1957 gestorbene religiöse Führer der Ismailiten, der sich von seinen Anhängern in Gold aufwiegen ließ, ist hier beigesetzt. Die Steinbrüche von Assuan waren in der Zeit der Pharaonen die Lieferanten des rötlichen Assuan-Granits. In ihnen kann man heute den unvollendeten Obelisk besichtigen. Er wäre der größte Obelisk Ägyptens geworden, aber vor der Vollendung zeigten sich Risse im Gestein. Seit 1971 staut der High Damm bei Assuan den Nil und bildet so den Nasser-See. Zwar ist Ägypten nun nicht mehr von der jährlichen Nilüberschwemmung abhängig, aber die Hoffnungen die man mit dem Bau des Staudammes verband, haben sich nicht alle erfüllt. Dutzende bedrohter Denkmäler mussten damals von der UNESCO vor den steigenden Fluten des Nils gerettet werden. So zum Beispiel die Tempelanlagen auf der Insel Philae, die auf der höher gelegenen Insel Agilkia wieder aufgebaut wurden. Philae wurde auch als „Perle Ägyptens“ bezeichnet und muss, alten Zeichnungen zufolge, einen äußerst malerischen Anblick geboten haben. Die Insel war der Göttin Isis geweiht. Die heutigen Tempelanlagen stammen aus der ptolemäischen und römischen Zeit. Interessant ist, dass die letzte erhaltene Hieroglypheninschrift in Philae gefunden wurde. Sie stammte aus dem Jahr 394 n. Chr. Erst im 6. Jahrhundert wurde der Tempel endgültig geschlossen und von den Christen genutzt. 

Luxor

Ein Besuch in Luxor gehört zu den Höhepunkten eines Ägyptenaufenthaltes. Nirgendwo sonst in Ägypten finden sich so viele imposante Denkmäler wie hier. Unbedingt erleben sollte man die Ton- und Lichtshow im Karnaktempel. Einst befand sich hier die altägyptische Stadt Waset, von den Griechen Theben genannt. Lange Zeit war sie die Hauptstadt und das religiöse Zentrum Ägyptens. Von der Stadt, die größtenteils aus Lehmziegeln errichtet war, ist nichts erhalten. Die aus Stein errichteten Tempelanlagen hingegen haben jedoch die Zeit überdauert. Und auch die Nekropole (Begräbnisstätte) Begräbnisstätte) der Stadt und das Tal der Könige auf der anderen Seite des Nils, heute Theben-West genannt, sind stumme Zeugen der einstigen Großstadt. 

Luxor  Tempel

Der Luxor-Tempel war dem Gott Amun geweiht. Eine 3 km lange Sphinxallee verband ihn mit dem Karnaktempel. Einmal im Jahr, während des Opet-Festes, besuchte die Statue des Amun von Karnak über diesen Prozessionsweg den Luxor-Tempel. Gut erhaltene Reste der widderköpfigen Sphinx (der Widder war Amuns heiliges Tier) sind noch heute zu sehen. Erbaut wurde der Tempel zum größten Teil von Amenophis III. und Ramses II. Veränderungen fanden jedoch bis in die griechisch-römische Zeit hinein statt. Später wurde der Tempel als christliche Kirche benutzt. Heute befindet sich eine kleine Moschee in den Ruinen des Tempelhofes. Wie fast alle klassischen ägyptischen Tempelbauten war der Tempel von einer hohen Mauer umgeben. Betreten konnte man ihn durch die Pylone, eine abgeschrägte Mauer mit einem Tor in der Mitte. Der Eingang zum Tempel wird von zwei riesigen Sitzstatuen Ramses des Großen und einem Obelisken flankiert. Der dazugehörige zweite Obelisk befindet sich heute in Paris auf dem Place de la Concorde. Während der Zeit der Pharaonen war der Luxor-Tempel derart mit Statuen überfüllt, dass öfters „aufgeräumt“ werden musste. Die überzähligen Bildnisse wurden in den Tempelhöfen vergraben. Mehrere dieser Gruben, welche als „Cachettes“ bezeichnet wurden, werden bis heute im Luxor- und im Karnak-Tempel  entdeckt. Die schönsten Funde kann man im Luxormuseum besichtigen.

Karnak Tempel

Die Tempelstadt von Karnak ist vielleicht der größte religiöse Komplex der Welt. Hier wurden die Götter Amun, Mut und Chons, die thebanische Triade, verehrt. Über 2.000 Jahre lang wurde an diesem Tempelkomplex gebaut, wieder abgerissen und neu gebaut. Wohl kein Besucher kann sich der Erhabenheit und Schönheit dieser Tempelanlage entziehen. Die größten ägyptischen Pharaonen haben hier ihre Spuren hinterlassen und auch weniger bekannte Herrscher haben ihren Beitrag hierzu geleistet. Schon beim Betreten des Tempels, durch den ersten Pylon, fällt der Blick auf eine einzeln stehende Säule mit einer Höhe von 21 Metern. Einst standen hier 10 dieser gigantischen Stützen, errichtet vom Pharao Taharqa. Doch noch gewaltiger ist die große Säulenhalle, die von Haremhab begonnen und unter Sethos I. und Ramses dem Großen vollendet wurde. 134 Säulen bilden eines der großartigsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte, weiter reihen sich Pylon an Pylon, zehn Stück waren es insgesamt. Dazwischen stehen Obelisken, Heiligtümer, Statuen, der heilige See und von Reliefs bedeckte Mauern. Bemerkenswert ist, dass alle diese Bauten den Göttern und den Priestern vorbehalten waren. Das Volk hatte keinen Zutritt zur Tempelanlage und bekam das Götterbild nur während der jährlichen Prozessionen zu sehen.

Sinai

Den heutigen Besucher fasziniert der Sinai durch seine bizarren Landschaften. Sanfte Hügelketten im Norden bilden einen Kontrast zu dem hohen Gebirge im Süden. Weitere Highlights sind die zahlreichen Badebuchten, fantastischen Tauchgebiete und feinen Sandstrände (Sharm el Sheikh, Taba) der Halbinsel.

Sharm el Sheikh

Sharm El Sheikh liegt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel. Speziell unter Tauchern ist das ganze Areal, inklusive des Unterwassernationalparks „Ras Mohamed“ mit seinen schönen Korallenriffen, als das beste Gebiet für diese Sportart weltweit bekannt. Die grandiose Bergwelt des Sinais bietet eine herrliche Kulisse. Der kleine, ursprüngliche Ba deort mit seinen Cafés und Basaren eröffnet Ihnen die Möglichkeit, das einheimische Leben näher kennen zu lernen. Naama Bay ist eine weite, in sich geschlossene Sandbucht, gesäumt von einer lebhaften mit Palmen bewachsenen Promenade. Der beliebte Küstenabschnitt Nabq Bay mit Blick auf die gegenüberliegenden Riffe der „Straße von Tiran“ liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von der Naama Bay.

Mosesberg

Zur Schönheit der Natur gesellen sich wichtige Sehenswürdigkeiten mit Bezug zum Alten Testament! Der Gebel Musa (Mosesberg) gilt als der Berg, auf dem Moses die Gesetzestafeln von Jahwe, dem Gott der Hebräer, empfing. Vor allem das Christentum hat den Berg zur Pilgerstätte gemacht. Auf dem Gipfel befindet sich eine kleine Kirche, die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit, an deren Standort sich Gott Moses in einer Feuerwolke offenbart haben soll. Wer den legendären Sonnenaufgang auf dem Gipfel erleben möchte (man sagt, es sei der „schönste Sonnenaufgang der Welt“), sollte gegen drei Uhr morgens im Tal losgehen. Zwei Drittel der Strecke kann man - geführt von Beduinen - auf dem Rücken eines Kamels zurücklegen, im Anschluss folgen steile, unregelmäßige Stufen. Die Aussicht auf dem Mosesberg entschädigt für die Mühe beim Aufstieg. Der Blick über den versteinerten Ozean, dessen Felsen in der Morgendämmerung fast im Minutentakt ihre Farben ändern, ist atemberaubend. Der Katharinenberg bietet ebenfalls herrliche Ausblicke. Vom Gipfel reicht die Sicht bei gutem Wetter über den Golf von Akaba bis hinüber nach Jordanien und Saudi-Arabien. Trainierte Bergsteiger benötigen gut fünf Stunden für den Aufstieg, drei für den Abstieg.

Katharinenkloster

Eine weitere Reminiszenz an die biblische Frühgeschichte ist das weltbekannte Katharinenkloster am Fuße des Mosesberges. Hier soll jener brennende Dornbusch gestanden haben, aus dem heraus Gott Moses erschien. Bereits die Anfahrt durch das zerklüftete Sinai-Gebirge ist aufgrund der Schönheit der Landschaft ein Erlebnis. Die Straße schlängelt sich sanft an den Bergzügen entlang. Von außen erscheint das Kloster, das kleinste Bistum der Welt, mit seiner 15 Meter hohen Granitmauer wie eine Festung. Leider ist nur ein kleiner Bereich der Klosteranlage für Touristen zugänglich. Die Mönche zeigen den Besuchern einen Ableger des brennenden Dornbusches. Neben dem Vatikan besitzt das Kloster das weltweit wertvollste Archiv christlich-religiöser Manuskripte.

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