DIE SONNENINSEL

Die Insel

Fuerteventura ist die zweitgrößte Insel der Kanaren und liegt nur knapp 100 km von der afrikanischen Küste entfernt und grenzt somit quasi an Marokko und die Sahara. Sie wird vom atlantischen Ozean umspült und hat eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 22 °C. Die Gegensätze ihrer Landschaft, ihrer Vegetation und des türkisblauen Meeres bieten eine Umgebung von unvergleichlicher Schönheit. Der gesamte Archipel bedeckt eine Fläche von ca. 7.500 km² und besteht aus sieben größeren und einigen kleineren – zumeist unbewohnten – Inseln. Die größte Insel ist Teneriffa mit 2.053 km², die zweitgrößte ist Fuerteventura mit 1.722 km² und an dritter Stelle Gran Canaria mit 1.532 km². Die anderen Inseln sind Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. Alle diese Inseln sind vulkanischen Ursprungs, jede hat jedoch ihren eigenen Charakter. Die Hauptstadt, Puerto del Rosario, ist, wenn auch nicht die schönste, aber wirtschaftlich wichtigste Stadt der Insel. Im Norden liegen gegenüber der beeindruckenden Vulkaninsel Isla de Lobos die Dünen von Corralejo, eine unendlich weite Fläche aus weißem Sand. Im Süden lädt die Halbinsel Jandia mit ihren weitläufigen Sandstränden zum Strandwandern, Surfen, Schnorcheln oder einfach nur zum Schwimmen ein.

Die Insel strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, die die Hektik und den Stress des Alltags vergessen lassen. Mit ihrem milden Klima des ewigen Frühlings ist Fuerteventura ein Urlaubsziel für den stressgeplagten Mitteleuropäer, wo er die Ruhe und Beschaulichkeit zum Entspannen findet, aber auch Gelegenheit hat, Sport zu treiben und die Freizeit aktiv zu gestalten.

Eine kurze Geschichte des kanarischen Archipels

Geschichtlicher und geologischer Ursprung der kanarischen Inseln sind heute noch Gegenstand vielfältiger Forschungen, aber auch Spekulationen. Der zunehmende Bekanntheitsgrad durch den wachsenden Tourismus hat in den letzten Jahren zahlreiche Wissenschaftler und Forscher auf den Plan gerufen. Seit einigen Jahren scheint das Rätsel um die Herkunft der Guanchen, der Ureinwohner der Inseln, gelöst zu sein. Im Sommer 1991 wies der britische Wissenschaftler Michael R. Eddy in einer umfangreichen Studie nach, dass die Guanchen mit Sicherheit aus Afrika stammen, einen berberischen Dialekt sprachen und in die afrikanische Kultur integriert waren. Ausgrabungen im Norden Teneriffas im September 1992 bestätigten diese Theorie. Auf einem 20 cm großen Stein waren Symbole eingraviert, die zweifelsfrei den Namen des Berberstammes Zanata ergaben. Mit Hilfe der Ausgrabungen konnte auch nachgewiesen werden, dass die Stammesmitglieder der Zanata aus dem Gebiet des heutigen Mauretanien stammen und im dritten Jahrhundert christlicher Zeitrechnung den kanarischen Archipel anliefen.

Erstmal namentlich erwähnt wurden die kanarischen Inseln von dem römischen Schriftsteller Plinius dem Älteren, der etwa 40 v. Chr. in seinem Buch „Naturalis Historia“ eine Inselgruppe beschrieb, deren Eilande von großen Hunden bewacht gewesen seien (lateinisch canis = Hund). Eine der Inseln nannte er Canaria. Als sicher gilt auch, dass die Inseln schon um 1100 v. Chr. den alten phönizischen Seefahrern und den Karthagern bekannt waren. Einigen Dichtern der griechischen Klassik nach, befanden sie sich jenseits der Säulen des Herkules (den Grenzen der damals bekannten Welt) und wurden als „Hesperiden“ oder „elysische Felder“ bezeichnet. Als wahrscheinlich gilt, dass bereits Hanno der Karthager (5. Jh. v. Chr.) mit der Inselgruppe in Berührung kam.

Die Entstehung des kanarischen Archipels gilt als noch nicht eindeutig geklärt. Die wahrscheinlichste Hypothese vermutet, dass die Inseln infolge einer langjährigen vulkanischen Tätigkeit am Meeresboden entstanden sind, die sich im Kanoeozoikum vollzogen hat. Andere Interpretationen unterstützen die Theorie, dass der Archipel der Kanaren sich während der langsamen aber unaufhaltsamen Kontinentalverschiebung gebildet hat. Die vulkanische Natur der kanarischen Inseln wird durch eine intensive eruptive Aktivität bestätigt, die im Tertiär begonnen und sich bis in unsere Tage erhalten hat (letzter Ausbruch auf der Insel El Hierro 2011). Es finden sich sowohl aktive als auch ruhende Vulkane und Kessel (Bandama-Krater bei Las Palmas) auf den Inseln. Morphologisch besteht das Gebiet selbst zum größten Teil aus Magma-, Vulkan- und Auswurfgestein. Die ´„glücklichen Inseln“ (Vergil) gerieten im hohen Mittelalter in Vergessenheit, da ihre Wasser so gefährlich waren, dass sie sogar die arabischen Seefahrt-Experten einschüchterten. An der Wende des 13. zum 14. Jahrhunderts wurden die kanarischen Inseln von italienischen Seefahrern wiederentdeckt. Man weiß von einem Versuch des Genuesen Vivaldi (1291), während Petrarca noch einmal die Eroberung der Inseln durch eine genuesische Flotte schildert. Im Jahre 1341 brach eine kleine Flotte mit genuesischer, florentinischer und kastilischer Besatzung im Auftrag Alfons IV. von Portugal zu den Kanaren auf. Der Eroberungsversuch scheiterte ebenso wie die zahlreichen portugiesischen Expeditionscorps im Auftrag Prinz Heinrichs des Seefahrers zwischen 1394 und 1460.

Am 24. Juni 1478 (Stadtgründung von Las Palmas) landet Juan Rejon, Kriegshauptmann in Diensten der spanischen Königin Isabella, an der Stelle des heutigen Las Palmas, wo der Barranco Guiniguada ins Meer mündet. Der fast fünf Jahre währende Eroberungskrieg wurde mit der Kapitulation der letzten Kanarios am 29. April 1483 beendet, aber erst 1512 überwand Spanien den unbeugsamen Widerstand der Guanchen, indem es das Eingeborenenvolk des Archipels vernichtete. Im August 1492 machte Christoph Kolumbus mit seinen drei Schiffen auf seinem vermeintlichen Weg nach Indien Station auf Gran Canaria und La Gomera. Von hier aus startete er zur Atlantiküberquerung, die zur Entdeckung Amerikas führte.

Interessante Orte

Puerto del Rosario

Die Inselhauptstadt Fuerteventuras bietet für den Touristen ganz wenig an Sehenswürdigkeiten, lädt jedoch zum Einkaufen und Bummeln ein. Hier finden Sie das größte Einkaufszentrum der Insel Las Rotondas und abends eine Reihe von Cafés und Lokalen mit kanarischem Ambiente.

Caleta de Fueste / El Castillo

Caleta de Fueste ist eine touristische Siedlung südlich vom Flughafen mit mehreren Bungalowanlagen und Hotels. Die kleine Badebucht lädt aufgrund ihrer geschützten Lage das ganze Jahr zum Schwimmen im offenen Meer ein. Caleta de Fuste hat auch einen kleinen Yachthafen. Der Festungsturm sollte in der Vergangenheit die Bucht vor Piratenangriffen schützen. Am Ortsrand liegt der wichtigste Golfplatz der Insel, das Freizeit- und Einkaufszentrum Centro Atlantico sowie das Salzgewinnungsmuseum Las Salinas.

Corralejo

Obwohl in und um Corralejo in den letzten Jahren etliche Hotel- und Appartementanlagen entstanden sind, konnte sich der einstige Fischerort im alten Ortszentrum noch etwas Ursprünglichkeit bewahren. An der Hauptstrasse und der Hafenpromenade herrscht ein buntes Treiben. Vom Hafen verkehrt mehrmals täglich die Fähre nach Lanzarote. Zu der vorgelagerten Insel Lobos kann man Ausflüge mit einem Glasbodenboot buchen. Zu den modernen Höhepunkten der Stadt gehören das in altspanischem Styl gebaute Centro Campanario und der Freizeitpark „Aqua Park“. Vor den Stadttoren beginnt der Naturschutzpark Dünen von Corralejo mit seinen weitläufigen Traumstränden und Wanderdünen.

El Cotillo

Die Küste Richtung Leuchtturm bietet zahlreiche Badebuchten und natürliche Schwimmbecken. Außerhalb dieser geschützten Naturschwimmbecken sollte aufgrund der starken Unterströmung auf das Baden verzichtet werden. Am südlichen Rande von Cotillo finden Sie den Wachturm El Toston, der in den früheren Zeiten vor den Piratenüberfällen warnte. Von hier können Sie einen weitläufigen Ausblick auf die bizarre Steilküste oder die Romantik der Sonnenuntergänge genießen. Kurz hinter dem Ort, an der nord-westlichen Inselspitze kann der Leuchtturm von Cotillo mit dem Marinemuseum besichtigt werden.

La Oliva

Diese Stadt ist die Verwaltungsgemeinde für den Inselnorden mit ca. 3.000 Einwohnern. Sehenswert ist das Haus der Obristen Casa de los Coroneles. Das Gebäude, das 365 Fenster und Türen haben soll, wurde im 18. Jahrhundert erbaut.

Montaña Quemada

Südlich der Ortschaft Tindaya erhebt sich der mystische, mit Legenden umwobene Berg Montaña Quemada an dessen Fuß das Denkmal für Miguel de Unamuno errichtet wurde. Miguel de Unamuno war ein bekannter Schriftsteller der nach Fuerteventura verbannt wurde. Die Insel muss auf den Dichter durch ihre außergewöhnlichen Gegebenheiten eine starke Wirkung ausgeübt haben, denn er beschreibt sie als eine Oase des Friedens in der Wüste der Zivilisation.

Tefia

Hier können Sie das Eco-Museum La Acolgida besuchen. Dieses Freilichtmuseum, bestehend aus 7 Bauernhäusern, vermittelt Ihnen eindrucksvoll die traditionelle kanarische Arbeits- und Lebensweise der früheren Einwohner.

Betancuria

Zweifellos die schönste Gemeinde der Insel. Bis 1834 war Betancuria die Inselhauptstadt. Heute leben in diesem idyllischen Tal nur noch ca. 500 Einwohner. Ortsmittelpunkt ist die Casa Santa Maria. Der Besuch dieses wohl schönsten Museums der Insel mit der Multivisionschau über Fuerteventura, dem 3D Einblick in die Tiefen des Atlantiks, den Vorführungen des traditionellen Kunsthandwerks und dem ganzjährig blühendem Garten ist ein Muss für jeden Inselbesucher. Die Kirche sowie das Museo de Arte Sacro weisen einige sakrale Kunstschätze auf. Die bereits 1539 von Piraten zerstörte Kirche wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. wieder aufgebaut. Aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. stammt der vergoldete Hochaltar. Die Statue der Santa Catalina wird auf das 15. Jh. datiert. Damit ist sie eine der ältesten Holzschnitzereien der Kanarischen Inseln. Direkt im Ort finden Sie auch das Museo Arqueológico, am Ortsausgang Reste des Franziskanerklosters.

Vega de Rio Palma

Über dem Dorf, direkt an der Hauptstraße von Betancuria nach Pajara befindet sich die Wallfahrtskirche von Fuerteventura mit ihrer hölzernen Madona Virgen de la Peña. Jedes Jahr finden hier eine Nachtprozession und mehrtägige Feierlichkeiten statt. Direkt am Kirchplatz ist das Restaurant Don Antonio. Genießen Sie das einzigartige Ambiente und den romantischen Innenhof. Bei der Weiterfahrt nach Pájara bietet sich eine weite Aussicht auf das Tal der 1.000 Palmen und die Hügellandschaft bis zur Westküste.

Pájara

Dieser Ort ist die grünste Gemeinde der Insel. Sehenswert ist die zweischiffige Kirche Virgen de la Regla. Das Portal der Kirche weist Verzierungen mit aztekischen Motiven auf. Derartige Darstellungen finden sich auf keiner der anderen Kanarischen Inseln. Am Rathausplatz befindet sich Noria - ein Eselbetriebenes Wasserschöpfrad.

Ajuy

Ajuy ist eine kleine Fischersiedlung an der Westküste mit schwarzem Sand und weißer Felsenformation. Entlang der imposanten Küste führt ein kleiner Weg zu den Piratenhöhlen.

Tuineje

In dieser Gegend gibt es den besten Lehmboden der Insel. Daher wird intensiv Landwirtschaft betrieben, vor allem Aloe Vera- und Tomatenanbau.

Tiscamanita

In dem Windmühlenmuseum bekommen Sie den Weg des Getreides von der Ernte bis zum Endverbraucher erklärt und können dabei auch den Unterschied zwischen einer „männlichen“ und einer „weiblichen“ Windmühle feststellen.

La Antigua

Die wichtigste Folkloregemeinde erstreckt sich in einer weiten Ebene. In der weißen, einschiffigen Kirche des Ortes wird die Virgen de la Antigua verehrt. Am nördlichen Ortsausgang befindet sich die Windmühle Molino de Antigua mit einem geschmackvoll angelegtem Kaktusgarten und einem Kunsthandwerkmuseum. Der gesamte Bereich wurde noch nach den Plänen des berühmten Künstlers Cesar Manrique gestaltet.

Gran Tarajal

Die zweitgrößte Stadt der Insel ist vom Tourismus nahezu unberührt geblieben. In wirtschaftlicher Hinsicht hat sie durch den Hafen an Bedeutung gewonnen. Fast die gesamte Tomatenernte der Insel wird über diesen Hafen verschifft. Hier finden alljährlich die Hochseeangelwettbewerbe statt. Unweit von Gran Tarajal liegt ein kleines verschlafenes Touristendorf Las Playitas.

Sotavento

Der schönste, unbebaute Abschnitt vom über 17 km langem feinsandigen Strand zwischen Costa Calma und Jandia. Alljährlich anfangs Sommer finden hier die Weltmeisterschaften im Windund Kitesurfen statt.

Morro Jable - Jandia

Es ist noch nicht so lange her, da war Morro Jable nichts anderes als ein kleines Fischerdorf. Mittlerweile hat sich der Ort zum größten Touristenzentrum der Insel gemausert. Diesen Ferienort mit einer langen Einkaufs- und Hotelpromenade nennt man Jandia.

Cofete

An der Südwestküste von Fuerteventura, im Parque Natural de Jandia gelegen, befindet sich Cofete. Dieser kleine Ort ist nur über eine Schotterpiste mit einem Jeep zu erreichen. Die Playa von Cofete ist bedingt durch gefährliche Strömungen nicht zum Baden geeignet, wird aber zu einem besonderen Naturerlebnis durch seinen kilometerlangen Strand mit atemberaubender Aussicht.

Land und Leute

Vier ausgeprägte Charakterzüge der Kanarier sind:
· Großzügigkeit
· Gastfreundlichkeit
· Humor
· Toleranz
Aber wie überall, haben sie auch hier ihre Grenzen. So sollte man in einheimischen Restaurants oder Kirchen nicht so Platz nehmen wie daheim auf dem Badewannenrand. Das verwirrt die Menschen hier, obwohl sich viele Kanarier mittlerweilen an die unterschiedlichen Erscheinungsbilder von „zivilisierten“ Mitteleuropäern gewöhnt haben. Kanarier beherrschen Fremdsprachen in der Regel zwar nur „mas o menos“ (mehr oder weniger), „un poco“ (ein bisschen) oder „ni un poco“ (überhaupt nicht), und wenn sie es tun, dann eher englisch als französisch oder deutsch, aber man wird sie verstehen. Ob sie allerdings auf Anhieb die Kanarios verstehen ist fraglich, denn der kanarische Dialekt ist in ländlichen Gebieten derart extrem, dass selbst Festlandspanier Schwierigkeiten haben, alles mitzubekommen. Ob an Amtsschaltern, Supermarkttresen oder Haltestellen – fast nirgendwo kommt man leichter ins Gespräch als in der Warteschlange.

Die Kanarier sind sehr kinderlieb, gesellig und haben einen starken Familiensinn, der übrigens so manche Lücke im sozialen Netz auffängt. Die Großeltern werden oft von ihren Kindern und Enkeln versorgt. Job oder Wohnungsvermittlung, Geschäftsabschlüsse, vieles verhandelt man über Familienbeziehungen. Ein Onkel, Schwager oder Großcousin, irgendjemand hat immer einen richtigen Draht zu Leuten, zu „Amigos“, mit Einfluss. Hilfsbereit sind die Kanarier auf jeden Fall. Es empfiehlt sich jedoch mit einem anderen Zeitgefühl zu rechnen, als zu Hause. Die kanarische Gesellschaft hat ihre eigenen Praktiken. Ein idealer Spiegel der Volksseele sind die „Plazas“, die Dorf- und Stadtplätze. Sie sind eine sehr lebhafte Bühne für das Theater des täglichen Lebens. Vor allem in den Abendstunden werden sie lebendig. Richtig ruhig wird es auf den Plazas nur nachts und während der Siesta; die lange Mittagspause von 13 bis 16 Uhr ist heilig – vielleicht, weil sie wahrhaftig die beste Erfindung der Welt ist.

Die Bougainvilla - die farbenprächtigste Pflanze der kanarischen Inseln

Wer ist nicht schon vor einem Haus, hier auf den Kanaren, mit einer üppig rankenden Hecke in leuchtenden Farben mit Erstaunen stehengeblieben! Die kräftigen Farben und der üppige Wuchs der Bougainvilla bezaubern immer wieder den Betrachter. Die Bougainvilla, oder volkstümlich auch Papelera oder Papierblume genannt, wurde von dem französischem Weltumsegler Bougainville (1729–1811) entdeckt und nach ihm benannt. Es ist wohl die farbenprächtigste, immerblühende Pflanze auf den Kanaren. Ihre intensiven Farben rot, lila, violett und orange entzücken immer wieder den Blumenfreund. Die Bougainvilla ist eine rankende Pflanze mit verholzten, langen stacheligen Trieben und einer Woke von lang anhaltenden Blüten. Die Blüten sind eigentlich Hochblätter, wie sie auch bei dem Weihnachtsstern wachsen.

Sitten und Gebräuche

Folklore

Die Volksmusik der kanarischen Inseln erinnert an die Rolle des Archipels als Bindeglied zwischen Spanien und Lateinamerika. Einige Volkslieder klingen spanisch, andere können aber auch aus Mexiko oder Peru stammen. Die Trachten sind auf jeder Insel verschieden. Hier auf Fuerteventura tragen die Majoreros unterschiedliche Trachten, hierfür hat jede Gemeinde ihre eigene Tracht. Die Fiestas sind aus dem Leben der Kanarier nicht wegzudenken. Meistens haben sie einen religiösen Ursprung und gelten einem Inselheiligen. Eine große Rolle spielt bei den Feierlichkeiten die Musik. Der Rhythmus und die Melodie der Lieder sind leidenschaftlich. Meistens werden sie begleitet von der Timple, einem kleinen Saiteninstrument, Trommeln und Holzflöten.

Lucha Canaria

Im Jahre 1420 beschrieb der spanische Chronist Alvar Garcia Santa Maria als erster eine Art Ringkampf, bei dem die Altkanarier auf ihren Festen ihre Kräfte messen. Die Begeisterung für diesen typisch kanarischen Ringkampf ist immer noch groß. Die Ringer nennt man „Pollos“, Kampfhähne, und die erfolgreichsten Kämpfer werden verehrt wie bei uns große Fußballstars. Die Lucha Canaria wird als edle Sportart bezeichnet.

Lucha Canaria – der Kampf

Die Kontrahenten reichen sich die rechte Hand. Der Daumen wird dabei angelegt. Als Zeichen der Freundschaft drückt man kräftig mit den Fingerspitzen die Handoberfläche seines Gegenübers. Währenddessen muss die linke Hand mit angelegtem Daumen um den Wulst der aufgekrempelten Hose gelegt werden. Nach dieser Prozedur stellen beide Kämpfer das rechte Bein vor. Die Ferse wird dabei leicht angehoben. Die Oberkörper werden gegeneinander gelehnt, rechte Schulter gegen rechte Schulter. Die rechten Arme hängen herab, wobei die Handrücken gegeneinander gepresst werden müssen. Die linke Hand greift in die Hosenrolle des Gegners. Gleichzeitig beugen sich beide nach unten, bis die Fingerspitzen fast den Boden berühren. In dieser Phase wird die rechte Hand unter der Brust des Gegners hindurch zu dessen Rücken geführt. Auf Kommando geht es nun los. Gekämpft wird in dem „Terrero“, einem Doppelring mit fest gestampfter Erde. Jede Runde dauert drei Minuten. Gekämpft werden maximal drei Runden. Sieger ist, wer den Gegner zweimal geworfen hat. Der Sieger eines Kampfes kann bis zu drei weiteren Gegnern gegenübergestellt werden.

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