Die Perle der kanarischen Inseln

Geographie

La Palma ist neben El Hierro die westlichste Kanarische Insel und mit 445 km am weitesten vom afrikanischen Festland entfernt. La Palma liegt auf der Höhe der Mittelsahara und ist 55 km von El Hierro, 65 km von La Gomera und 85 km von Teneriffa entfernt. Bis zum spanischen Festland sind es 1.500 km und bis nach Deutschland mehr als 3.000 km. Der gesamte Archipel bedeckt eine Fläche von ca. 7.500 km² und besteht aus sieben größeren und einigen kleineren – zumeist unbewohnten – Inseln. Die größte Insel ist Teneriffa mit 2.053 km², die zweitgrößte ist Fuerteventura mit 1.722 km² und an dritter Stelle Gran Canaria mit 1.532 km². Die anderen Inseln sind Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. Alle diese Inseln sind vulkanischen Ursprungs, doch jede hat ihren eigenen Charakter. Mit 708 km² ist La Palma die drittkleinste der Kanarischen Inseln (nach El Hierro und La Gomera). Die größte West-Ost-Entfernung beträgt 28 km, die größte Nord-Süd-Entfernung 47 km. Die Küstenlinie beläuft sich auf 155 km, wovon der größte Teil steil abfallende Felsküste ist (Sand- und Kiesstrände machen keine 5 km aus). Im Inselinneren befindet sich die Caldera de Taburiente, ein Senkkrater (1.700 m tief), der mit 9 km Durchmesser und 28 km Umfang zu den größten der Welt zählt. Eindrucksvoll sind hier die Felsformationen im Wechsel mit Kiefernwäldern, Wasserfällen und Quellen. Von Nord nach Süd wird die Insel von dem Hochgebirgsmassiv der Cumbre in zwei Hälften, in die West- und Ostseite, geteilt. Mit dem Roque de los Muchachos besitzt die Insel mit 2.426 m ihre höchste Erhebung. In Bezug auf die Inselgröße ist diese Erhebung gewaltig. La Palma ist sicher keine reine Badeinsel, aber es gibt verschiedene schöne Strände, die man genießen kann. Die Sandstrände haben immer den für hier typischen schwarzen Lavasand, doch es gibt auch einige Buchten mit grobem Kies bzw. scharfkantigem Lavastein. Doch Vorsicht: Der Atlantik ist, ganz besonders im Winter, sehr rau und unberechenbar. Die hier vorherrschenden Unterströmungen sollten auch von guten Schwimmern nicht unterschätzt werden (es hat schon viele Unfälle gegeben). Auch das Entdecken von Felsbuchten ist sehr gefährlich.

Nachfolgend eine kleine Strandübersicht

Ostküste: 

  • Los Cancajos zwischen Santa Cruz und dem Flughafen
  • Puerto Espindola bei San Andres, kleiner Strand
  • La Fajana unterhalb von Barlovento (in Lavagestein gehauenes Naturschwimmbecken)

Westküste:

  • Puerto Naos
  • Puerto Tazacorte
  • Charco Verde zwischen Puerto Naos und El Remo
  • Las Monjas (FKK) Nähe Puerto Naos

Südspitze:

  • Playa Nueva
  • Playa Zamora

Klima

Das Klima auf La Palma ist subtropisch mit reichlichen Niederschlägen. Die Insel hat die höchste Niederschlagsmenge der Kanarischen Inseln (586 mm pro Jahr), im Vergleich dazu Lanzarote (135 mm pro Jahr) die niedrigste Niederschlagsmenge. Die von Nord nach Süd verlaufende Gebirgskette wirkt auf La Palma als Wetterscheide und teilt die Insel in eine feuchtere Ostseite und eine relativ trockene Westseite. Die Luftqualität ist besonders gut und die Sicht ist klar. Die Jahreszeiten sind bis in mittlere Höhenlagen nur gering ausgeprägt, darum wird La Palma gerne auch als „Insel des ewigen Frühlings“ bezeichnet.

Flora und Fauna

Flora

Mehr als 800 verschiedene Wildpflanzenarten kennt man auf La Palma, davon allein 70 endemische, die nur auf dieser Insel vorkommen. Die Vegetation gliedert sich nach den Höhenstufen: 

Sukkulentenformation der Küstenzone (ca. bis 200 m)

z. B. Wolfsmilchgewächse wie Tabaiba, Seidenpflanzengewächse, Ginster, Kanarenlavendel, Kanarenmargeriten, Feigenkakteen, Agaven, Bananen etc.

Termophiler Buschwald (ca. bis 600 m)

Dieser Wald ist durch die Besiedlung und den Anbau von Getreide, Gemüse und Obst weitgehend zurückgedrängt worden. Einzelne Exemplare, wie Palmen, Drachenbäume und Kanarenwacholder lassen sich noch finden.

Fayal-Brezal-Formation/Lorbeerwald (ca. bis 1.300 m)

Faya = Gagelbaum und Brezal = Baumheide stehen immer zusammen und bilden den Übergang zum sehr feuchtigkeitsliebenden Lorbeerwald. Diese Vegetationszone findet man nur im Norden und Osten der Insel. Der Nordostpassat verwöhnt jene Zonen mit seinen Wolken und seiner Nässe. Typische Vertreter sind Bäume wie der Til, Barbusano, Viñatigo oder der Kanarenlorbeer, zusammen mit Farnen, Efeu, Winden und Kräutern.

Kiefernwald (ca. bis 2.000 m)

Die endemische Kanarenkiefer mit den bis zu 30 cm langen Nadeln, deckt ihren Wasserbedarf durch das „Melken der Wolken“. Bei dieser Kondensation des Wassers an den Nadeln entsteht sogar ein Überschuss, der dem Wasserhaushalt der Insel sehr zu Gute kommt.

Subalpine Stufe (hier bis 2.426m)

Auf dieser Höhe gedeihen keine Bäume mehr, die Grätsche zwischen Sommer- und Winterkonditionen ist zu groß. Dennoch findet man eine Vielzahl an Gewächsen, wie Natternköpfe, verschiedene Ginstersorten, La Palma Veilchen, Teidelack oder Greiskraut.

Die Bougainvillea - die farbenprächtigste Pflanze der kanarischen Inseln

Wer ist nicht schon vor einem Haus, hier auf den Kanaren, mit einer üppig rankenden Hecke in leuchtenden Farben, mit Erstaunen stehengeblieben! Die kräftigen Farben und der üppige Wuchs der Bougainvillea bezaubern immer wieder den Betrachter. Die Bougainvillea, oder volkstümlich auch Papelera oder Papierblume genannt, wurde von dem französischem Weltumsegler Bougainville (1729 - 1811) entdeckt und nach ihm benannt. Es ist wohl die farbenprächtigste, immerblühende Pflanze auf den Kanaren. Ihre intensiven Farben rot, lila, violett und orange entzücken immer wieder den Blumenfreund. Die Bougainvillea ist eine rankende Pflanze mit verholzten, langen stacheligen Trieben und einer Woke von lang anhaltenden Blüten. Die Blüten sind eigentlich Hochblätter, wie sie auch bei dem Weihnachtsstern wachsen. Die eigentlichen Blüten sind dünne, gelbliche Röhrchen inmitten von drei Hochblättern. Sie öffnen sich nachts und deshalb gehört die Bougainvillea zu den Nachtblühern, obwohl sie uns mit ihrer Farbenpracht auch von morgens bis abends erfreut. Die Bougainvillea zählt wohl zu den schönsten und am meist bekanntesten Pflanzen der kanarischen Inseln, obgleich sie keine Rarität in der Pflanzenwelt ist. Das Ursprungsland ist die Südsee.

Fauna

Im Gegensatz zur Flora ist die Tierwelt auf La Palma eher bescheiden. Säugetiere wurden (mit Ausnahme der Fledermaus) eingeführt und werden hauptsächlich als Nutztiere gehalten. Es gibt nur zwei ausgewilderte größere freilebende Säugetierarten: die wilden Kaninchen, die von den Palmeros bejagt werden (donnerstags, sonntags und feiertags) und die Arruis (Mähnenschafe), die 1972 ausgesetzt wurden und auch gejagt werden. Darüber hinaus gibt es leider sehr viele Mäuse und Ratten. Mit etwa 40 Brutvogelarten und einer Reihe von Wintergästen sind Vögel auf der Insel die am stärksten vertretene Tiergattung (z.B. die kanarische Alpenkrähe, die einheimische Lorbeertaube -Paloma Rabiche-, verschiedene Möwenarten und natürlich der Kanarienvogel, um nur einige zu nennen). Wenn es aber tagsüber in Sträuchern raschelt, so sind das fast immer die Tizon-Eidechsen (Lagartos), die hier weit verbreitet sind. Nicht zu verwechseln mit den insektenfressenden Geckos, die erst nach dem Dunkelwerden auftauchen und sich dann mit ihren Haftfüßen an Häuserwänden und -decken auf Fliegen- und Mückenjagd befinden. Besonders vielfältig ist das Insektenvorkommen und auch Schmetterlinge gibt es reichlich. Sehr hervorzuheben ist die Meeresfauna, die ein großes Vorkommen an Speisefischen - Sardinen, Makrelen, Thunfischarten und Tintenfische beherbergt, sowie Delphine, Wale, verschiedene Haifischarten und auch Muränen, Langusten und Krabben. Von Zeit zu Zeit können durch ungünstige Wetterverhältnisse (Sturm) gefährlich nesselnde Quallen (Portugiesische Galeere) angetrieben werden. Giftige Schlangen oder Skorpione kommen nicht vor, das einzige giftige Tier auf La Palma ist ein Hundertfüßer (Ciempie). Dieses seltene Gliedertier, das bis zu 25 cm lang werden kann, hält sich meistens unter großen Felsen oder Baumstümpfen auf und ist entsprechend selten  anzutreffen. Bei einem Biss sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Die Insel

Bevölkerung

La Palma hat rund 90.000 Einwohner und 14 Gemeinden mit teilweise mehreren Siedlungskernen. Die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma auf der Ostseite hat ca. 18.000 Einwohner, die Stadt Los Llanos de Aridane auf der Westseite, hat mittlerweile bereits 21.000 Einwohner, sie wird oft auch als heimliche Hauptstadt bezeichnet. La Palma gehört mit La Gomera und El Hierro sowie der Hauptinsel zur spanischen Provinz Teneriffa. Jede Insel wird von einem Cabildo Insular verwaltet. Gemeinderäte und Verwaltungen heißen Ayuntamientos.

Verkehr

La Palma verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die Insel kann mit Linienbussen, Taxis, Mietwagen oder für geübte Fahrer mit einem Mountainbike befahren werden. Auf dem Inselflughafen bei Mazo gibt es außer den internationalen Flugverbindungen auch mehrmals täglich Verbindungen nach Teneriffa und Gran Canaria sowie einmal täglich nach Madrid. Ab Santa Cruz gibt es regelmäßige Fährverbindungen zu den Nachbarinseln und dem spanischen Festland.

Wirtschaft

Im Gegensatz zu den großen Nachbarinseln ist auf La Palma die Landwirtschaft noch der wichtigste Erwerbszweig. Erst an zweiter Stelle stehen die Arbeitsplätze im Tourismus, Handel und Verwaltung. Der Rest verteilt sich auf Handwerk und Baugewerbe. Es gibt keine nennenswerte Industrie. Die Arbeitslosenquote liegt auf La Palma permanent bei rund 20%. Die Monokultur des Bananenanbaus (98% werden ausgeführt und vom spanischen Festland abgenommen) ist ein besonderes Wirtschaftsthema. Da die kanarische Banane teurer ist, kann sie nur durch Subventionen mit dem Bananenangebot aus Südamerika konkurrieren. Weinanbau, Zierpflanzenbau und Viehwirtschaft bilden weitere Zweige in der Landwirtschaft. La Palma gilt als die spanische Provinz mit dem vielfältigsten Kunsthandwerk. Die Palmeros hegen, pflegen und leben diese Traditionen, wie Stickerei, Töpferwaren, Korbflechten, Schnitzerei und vieles mehr.

Reiseangebote La Palma