EINE PERLE IM MITTELMEER

Geographie

Die Inselgruppe der Balearen setzt sich zusammen aus den Hauptinseln Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera und Cabrera. Die größte dieser Inseln ist Mallorca mit ca. 3.640 km². Menorca ist die nordöstliche und zugleich zweitgrößte Insel der Balearen, hat eine Gesamtfläche von 669 km² und ca. 95.000 Einwohner. Die maximale Ausdehnung beträgt 50 km (W-O) und 19 km (N-S). Vom spanischen Festland ist sie ca. 260 km entfernt. Hauptstadt der Insel ist Mahón mit ca. 28.500 Einwohnern. Die zurzeit größte Stadt ist die ehemalige Hauptstadt Ciutadella mit ca. 29.300 Einwohnern. Landschaftlich gesehen ist Menorca eher flachhügelig und die höchste Erhebung ist der Monte Toro mit 358 m. Der Norden und Osten ist gekennzeichnet durch steil zum Meer abfallende Felsriffe und tief ins Land einschneidende, fjordartige Wasserarme. Im Süden und Westen hingegen findet man eine eher flache Küste mit weißen Sandbuchten.

Klima

Das Fehlen größerer Erhebungen ist mitbestimmend für Menorcas Klima. Der legendäre Tramontana (Nordwind) pfeift vor allem von Dezember bis Februar über die Insel hinweg. Ein kalter und trockener Wind, welcher von Osteuropa über die Alpen bis nach Menorca kommt. Durch diesen Wind ist die Vegetation nicht so üppig wie die der anderen Baleareninseln.

Flora und Fauna

Es gibt auf Menorca hunderte von verschiedenen Kräutern und Pflanzen. Am leichtesten zu finden ist die römische Kamille. Die kleinen goldenen Knöpfe wachsen im Juni im Norden der Insel und wirken als Kräutertee gut gegen Magenbeschwerden. Auch Rosmarin kann man das ganze Jahr über sammeln. Er unterstützt die Durchblutung der Haut. Das Johanniskraut wird am frühen Morgen der Johannisnacht (Mittsommernacht) gesammelt, wenn die Sonne am höchsten steht, ist auch die Wirkung am stärksten. Zudem wachsen vor allem Oleaster (strauchige Wildform des Olivenbaumes), Binnensträucher (ginsterähnlich), Mastixstrauch, Feigen und Mandelbäume, vereinzelt Wein und Granatapfelbäume. Die dominierenden Baumarten sind die Pinie und die immergrüne Steineiche, die eine Bodenoberfläche von 15% Waldgebiet ergeben.

Die Tierwelt auf Menorca ist sehr abwechslungsreich. Es gibt neben Schildkröten auch die schwarzen Eidechsen der Isla del Aire bei Punta Prima. Diese findet man nur auf Menorca. Es gibt mehrere Mäusearten, unter ihnen auch die sardische Ratte, sowie einige Wiesel und Marderarten. Des Weiteren sind viele Falken, Sperber, der rote Milan, Fischadler, eine Geierart (Miloca) und Käuzchen hier angesiedelt. Außerdem besuchen im Herbst und im Frühjahr Zugvögel wie Fischreiher, Störche und Flamingos die Insel.

Biosphären Schutzgebiet

Am 7. Oktober 1993 wurde die Insel Menorca vom Internationalen Komitee des MaB-Projekts´(Man and Biosphäre) der UNESCO zum Schutzgebiet der Biosphäre erklärt. Diese Erklärung bedeutet eine Anerkennung der einzigartigen Naturschätze und Lebensbedingungen auf Menorca. Einmalig ist die Insel nicht nur in Bezug auf ihre Natur, in der die meisten Ökosysteme des Mittelmeerraums zu finden sind, sondern auch durch die Tatsache, dass die wirtschaftliche und soziale Entwicklung weitgehend im Einklang mit der Bewahrung der Umwelt und des kulturellen Erbes von statten gegangen ist. Der Begriff des Schutzgebiets der Biosphäre wurde im Rahmen des MaB-UNESCO-Projekts geschaffen. Er bezeichnet ein Gebiet, indem man verschiedene, für eine bestimmte biogeographische Zone typische Ökosysteme vorfindet, und das sich durch einen bewussten Einsatz der Ressourcen wirtschaftlich weiter entwickelt, so dass dort wirtschaftlicher Fortschritt und Schutz und Erhaltung der Umwelt miteinander vereinbart werden. Darin liegt auch der grundlegende Unterschied zum Naturpark oder Naturschutzgebiet. In das Konzept des Schutzgebiets der Biosphäre werden der Mensch und seine Tätigkeit mit einbezogen. Auf diese Weise wird ein vertretbares Entwicklungsmodell ermöglicht.

Geschichte

Die Spuren menschlicher Besiedlung kann man bis in die Jungsteinzeit, d.h. bis 6000 Jahre v. Chr., zurückverfolgen. Wahrscheinlich gelangten die ersten neolithischen Siedler mit Booten von der französischen Mittelmeerküste auf die Balearen. Menorca wurde von vielen Völkern beeinflusst und erobert: Phöniziern, Griechen, Karthagern, Römern, Vandalen, Mauren, Spaniern, Briten und Franzosen. Alle haben ihre Spuren hinterlassen, die bis heute noch zu spüren sind. Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Menorquí genannt. Die katalanische Sprache verbreitete sich infolge der Eroberung Menorcas durch Alfonso III. im Jahre 1287 durch die damalige Neubesiedlung der Insel mit Siedlern, die überwiegend aus Katalonien stammten.

Mahón

Die Hauptstadt Menorcas (ca. 28.500 Einwohner) besitzt einen der schönsten und größten Natur-hafen des Mittelmeeres, welcher sich in Form einer fjordähnlichen Bucht 6 km ins Land vorschiebt. Der Ursprung der Stadt geht vermutlich auf Phönizier zurück, die hier etwa 1.400 v. Chr. landeten und den Ort Magona gründeten. Im Jahre 206 v. Chr. hielt sich der karthagische Feldherr Mago, ein Bruder Hannibals, in der Stadt auf. Im Jahre 123 v. Chr. kamen die Römer unter dem Konsul Quintus Cecelius Metellus und nannten die Stadt Portus Magonis. Im 8. Jh. setzten die Mauren zum großen Sturm auf das europäische Festland an, womit auch die Balearen islamisiert wurden. Die Mauren brachten Menorca eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Die Herrschaft der Sarazenen wurde durch Alfonso III. im Jahr 1287 endgültig beendet. Im 16. Jh. wurde
Mahón durch den türkischen General Khair ed-Din Khizr, besser bekannt als Barbarossa, total geplündert. Daraufhin wurde in der Hafeneinfahrt von Mahón zum Schutz der Stadt das Castell (Festung) San Felipe errichtet.

Nach der Besetzung Menorcas durch die Engländer (1708) wurde Mahón zur Hauptstadt der Insel erhoben. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich ein reger Handel, Sumpfgebiete des Umlandes wurden für die Landwirtschaft erschlossen. Richard Kane, der erste englische Gouverneur, veranlasste den Ausbau der Befestigung von San Felipe. 1756 erfolgte die Landung französischer Truppen unter dem Herzog Richelieu, San Felipe wurde umstellt. Die zahlenmäßig weit unterlegene englische Flotte unterlag den Franzosen und so blieb Mahón einige Jahre in französischer Hand. Mit dem Ende des englisch-französischen Krieges wurde im Abkommen von Paris 1763 die Rückgabe Menorcas an die Engländer vereinbart. 1782 eroberte Spanien nach sechsmonatiger Belagerung des Castells San Felipe die Insel zurück. Auf Befehl von Carlos III. wurde das Castell San Felipe eines der prächtigsten Festungsbauwerke gesprengt. Die Engländer bauten in ihrer dritten Besatzungszeit (1798) die Festung wieder auf, die dann nach der Rückgabe Menorcas an die spanische Krone erneut geschleift wurde. Danach geriet Mahón in Vergessenheit und erst gegen Ende des 19. Jh. ging es durch den Aufbau einer Motorenund Textilfabrik bergauf. Die beiden Werke stellten jedoch ihren Betrieb 1911 wieder ein. Die Ereignisse des spanischen Bürgerkrieges verstärkten die wirtschaftliche Misere. Die moderne Entwicklung wurde durch den Aufbau einer Schmuck-, Leder und Käseindustrie eingeleitet. Heute ist Mahón das ökonomische Zentrum und verfügt außerhalb der Stadt über ein großes Industriegelände.

Mahón und die Mayonnaise

Die Inselhauptstadt Mahón, so heißt es zumindest auf Menorca, habe der Sauce ihren Namen gegeben. Die Geschichte wird in sehr unterschiedlichen Varianten erzählt. Zum einen erzählt man, dass in der Mitte des 18. Jh. in einer Besetzung durch die Franzosen die „Salsa Mahonesa“ (ein Gemisch aus Eigelb, Öl und einigen würzenden Zutaten) bei einem Bankett zum ersten Mal gemixt worden sei. Eine andere Version berichtet von einem französischen Herzog, namens Richelieu, der bei einem Spaziergang in der Umgebung von Mahón durch einen überraschenden Besuch in einem Gasthaus, den Wirt in arge Verlegenheit brachte. Dieser konnte nämlich dem hohen Gast nur noch eine Portion kalten Braten anbieten. Diese Portion wollte er allerdings besonders schmackhaft zubereiten. Von der Sauce, die der Gastwirt zu diesem Fleisch reichte, war der Herzog so begeistert, dass er das Rezept mit nach Frankreich nahm und dort für schnelle Verbreitung sorgte. So wurde aus der mitgebrachten „Salsa Mahonesa“, im Laufe der Zeit, die uns bekannte Mayonnaise.

Taulas, Talayots und Navetas

Menorca wird mit Recht als „prähistorisches Freiluftmuseum“ bezeichnet. Eindrucksvolle Monumente, die sich bis in die Gegenwart hinein erhalten haben, und die viele Forscher auf die Insel gelockt haben. Die Rätsel um die Ureinwohner und ihre geheimnisvollen Bauten konnten allerdings nicht vollständig gelöst werden.

Taulas

Es handelt sich hier um Monumente von großerästhetischer Schönheit. Taulas bestehen aus zwei riesengroßen Steinplatten, welche T-förmig aufeinanderliegen und gleichsam einen großen Tisch bilden. Zumeist ist eine Taula ringförmig von großen monolithischen Säulen oder Platten
umgeben, sodass eine abgeschlossene Tempelanlage gebildet wird. Ob die Taula nur als Stütze für eine mögliche Überdachung, oder im Mittelpunkt eines geheimen Ortes als Altar diente, bleibt ungewiss. Nach neueren Erkenntnissen erscheint es denkbar, dass die Taula gleichsam als primitive Symbolform für eine Gottheit, selbst Gegenstand der Verehrung war. Im Mittelmeerraum ist diese Form von Monumenten einzigartig auf Menorca.

Talayots

Sie sind Wachtürme, errichtet aus großen, meist unbehauenen Steinen. Talayots findet man vereinzelt oder auch in Gruppen, oft eingefasst von Mauern und stets auf Anhöhen; z. B. Torre d’en Gaumes. Sie dienten wahrscheinlich auch als Verteidigungstürme. Auf Menorca gibt es ca. 200 Talayots.

Navetas

Diese Art von Megalithdenkmälern, in Form eines Kiels oben liegenden Schiffes, sind auf Menorca die ältesten anzutreffenden Gebäude. Man ist sich einig, dass es sich bei den Navetas um gemeinschaftliche Grabstätten handelte. Durch den kleinen Eingang geht es in einen Vorraum, dann in den größeren Bestattungsraum (meist eingeteilt in 2 Stockwerke). Die bekannteste „Naveta d’es Tudons“ befindet sich 4 km östlich von Ciutadella, unweit der Hauptstraße nach Mahón.

Prähistorische Höhlen

Man findet sie in Naturform und durch menschliche Hand erweitert, geöffnet in Bodenhöhe, in felsigen Steilwänden über dem Ufer und auch unterirdisch. Sie haben runde und längliche Formen, einzelne wie auch Ansammlungen von mehreren Kammern. Sie dienten als Wohnräume, Kapellen und auch Grabstätten. Zwei sehr schöne Beispiele sind „Cales Coves (S)“ und „Cala Morell (N)“.

Sehenswertes


Es Castell

Am Eingang des Hafens von Mao liegt Es Castell, die östlichste Stadt Spaniens und der erste Ort, an dem man den Sonnenaufgang sehen kann. Sehenswert ist die Hafenbucht Cales Fonts, die sich mit etlichen Läden, Bars und Restaurants sehr lebhaft präsentiert.

Sant Climent

Liegt in der Nähe des Flughafens. Zu diesem Ort gehört die Ortschaft Cala‘n Porter, dort befindet sich die größte Discothek von Menorca: Sa Cova den Xoroi, direkt im Felsen eingebaut, 30 Meter über dem Meer. Hier kann man die schönsten Sonnenuntergänge der Insel besichtigen.

Sant Lluis

Kleines Dorf im Südosten von Menorca. Dort befindet sich das berühmte Fischerdorf Binibequer. Ein magischer Ort mit kleinen weißen Gassen direkt am Meer.

Mercadal

Am Fuß des Berges Monte Toro (der höchste Berg auf Menorca) liegt diese kleine Stadt. Berühmt sind hier die Konditoreien mit ihren traditionellen Spezialitäten.

Fornells

Dies ist ein Fischerdorf im Norden der Insel. Hier kann man gemütlich an der langen Hafenpromenade spazieren gehen und die menorquinische Küche in den besten Restaurants kosten.

Ferreries

Hier finden Sie im Industriegebiet die bekannten Pretty Ballerinas Schuhe. Oberhalb der Stadt befindet sich das renovierte Landhaus „Hort de Sant Patrici“. Dort können Sie den eigenen hergestellten Käse und Wein kosten.

Alaior

Sie ist die drittgrößte Stadt der Insel. Die engen Gassen der Altstadt mit ihren vielen historischen Details zeugen nach wie vor von seiner mittelalterlichen Vergangenheit.

Ciutadella

Mit ca. 29.300 Einwohnern ist die alte Hauptstadt Menorcas die größte der Insel. 1722 wurde der Regierungssitz von den Engländern nach Mahón verlegt. Aber auch in den Jahren danach wurde sie vom einheimischen Adel weiterhin als die wahre Hauptstadt angesehen und hat auch im Gegensatz zu Mahón, wesentlich bedeutendere Bauwerke, wie Adelspaläste und die Bischofskathedrale aufzuweisen. Diese im maurisch-spanischen Stil gehaltenen Bauten bestimmen auch das Stadtbild neben dem romantischen Hafen.
Kathedrale
Sie wurde auf den Ruinen der Moschee um 1300 errichtet, 1558 wurde sie jedoch durch plündernde Türken in Brand gesetzt.
Plaza des Born
Der Obelisk auf diesem Platz soll mit seinen lateinischen Inschriften an die heldenhafte Verteidigung der Heimat und des christlichen Glaubens, sowie deren Opfer und Gefangenen der türkisch-moslemischen Piratenattacke von 1558 erinnern.
Ajuntament
Das jetzige Rathaus war früher königliches Alcazar, der Regierungspalast.
Plaza Nova
An dem kleinen Platz beginnt die Straße Ses Voltes mit seinen imposanten Bogengängen im gotischen Stil.
Convent de Santa Clara
Das Nonnenkloster wurde 1558 durch die Piraten zerstört und 1614 wieder neu errichtet. In diesem Stadtviertel liegen Ciutadellas älteste Häuser.
Bastio de sa Font
Das Portal, an dem noch Fragmente des ursprünglichen Kachelschmucks zu sehen sind, gehört wie die Bastion zu den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung und beherbergt das archäologische Museum Ciutadellas.
Cal Bisbe
Der Bischofspalast wurde im neoklassizistischen Stil gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut.
Palacio Salort
Der Palast wurde 1813 im Auftrag von Pedro Martorell Olives erbaut. Bei einem Rundgang besichtigt man u.a. den Ball -und Spiegelsaal, antike Möbel und Bilder.
Hafenpromenade
Ein Bummel entlang der Mole mit den zahlreichen Fischrestaurants lohnt sich auf jeden Fall!

Mahón

In Mahón wird der britische Stil mit mediterranem Flair vereint. Wie eine Hauptstadt so ist, ist sie sehr lebendig und verfügt über schöne Bauten und verwinkelte Gassen. Hoch oben auf einem Felsplateau, über dem Hafen, liegt die schöne Altstadt mit Ihren idyllischen Plätzen, Kirchen und Klöstern.
Stadttor Pont de Sant Roc
Durch das um 1500 in die Stadtmauer integrierte Stadttor betritt man heute das historische Zentrum der Hauptstadt. Leider ist nur noch dieses Tor mit seinen beiden Türmen erhalten.
Rathaus
Über eine Steintreppe können Sie ins Innere des Rathauses gelangen. Hier finden Sie eine Galerie sowie eine römische Tafel aus dem 1. Jahrhundert. Doch auch von außen ist das im Jahr 1613 erbaute Bauwerk ein beeindruckend. Allerdings wurde die britische Turmuhr sowie der gesamte barocke Stil erst in den späteren Jahren verwirklicht.
Iglesia de Santa Maria
Die Hauptkirche von Mahón beherbergt eine einzigartige Orgel mit über 3.000 Pfeifen aus dem 18. Jahrhundert.
Kloster
In dem Franziskanerkloster „Convento de San Francisco“ ist das heutige „Museo de Menorca“ zu finden.
Hafen
Dieser ist der größte Naturhafen Europas und verläuft 5 km ins Landesinnere. Neben einer attraktiven Promenade mit Cafés und Restaurants finden Sie auch Anbieter für Wassersportund Freizeitaktivitäten. Des Weiteren ist der Hafenfjord mit zahlreichen Festungsbauten, z.B. Castillo de San Felipe, gesäumt.

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