Insel der Aphrodite

Geographie

Zypern liegt im Mittelmeer im Schnittpunkt der Kontinente Europa, Asien und Afrika. Als östlichste Insel im Mittelmeer befindet sich Zypern 105 km westlich von Syrien, 75 km südlich der Türkei und 380 km nördlich von Ägypten, weitere Nachbarländer sind Libanon und Israel. Der am nächsten gelegene griechische Punkt ist die Insel Rhodos, 380 km westlich. Sie ist - nach Sizilien und Sardinien - mit 9.251 km² die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Der südliche, griechische Teil umfasst hiervon 5.544 km². Hinzu kommen die britischen Militärbasen Dhekelia und Akrotiri mit zusammen 257 km². 

Klima

Zypern gehört zu den wärmsten Regionen des Mittelmeeres. Das im Winter herrschende milde Klima macht die Insel auch zu dieser Jahreszeit zu einem beliebten Urlaubsziel, wo in den Hochlagen des Troodosgebirges selbst Schnee keine Seltenheit ist. Die Sommer sind meist heiß und trocken, jedoch weht an der Küste oftmals ein leichter Wind, der an heißen Sommertagen eine Erfrischung bringt.

Flora und Fauna

Flora

Aufgrund des milden, ausgeglichenen Mittelmeerklimas bietet Zypern für eine Vielfalt von Pflanzen einen ausgezeichneten Lebensraum. 1.900 verschiedene Arten gedeihen hier, von denen 100 nur auf Zypern zu finden sind. Im Frühjahr gleicht die Landschaft einem bunten Blütenteppich. Tulpen, Gladiolen, Schwertlilien, verschiedene Orchideenarten, wilder Mohn sowie viele weitere Pflanzen wachsen hier. Ausgedehnte Rapsfelder verbreiten einen intensiven Duft, Obst- und Zierbäume entfalten ihre volle Blütenpracht. Nach der kurzen Regenzeit im Frühjahr versickern die Wasserläufe. Die Ebenen wirken im Hochsommer eher karg und ausgedörrt. Aufgelockert sind sie nur durch die Farbtupfer blühender Oleandersträucher. Das Bergland mit Laub- und Nadelbäumen zeigt sich nach wie vor grün. Nach den ersten Herbstregentagen erwacht auch die Landschaft wieder zum Leben: Narzissen, Anemonen, Hyazinthen, Krokusse blühen. Die Insel ist wieder saftig und grün. Schon in der Antike fiel ein Großteil des reichen Baumbestandes wirtschaftlichen Interessen zum Opfer; aus dem Holz zypriotischer Wälder bauten die Seemächte des östlichen Mittelmeeres ihre Flotten. Der Raubbau hielt über die Jahrhunderte an. Überweidung durch Ziegen, Waldbrände und das Abwerfen türkischer Brandbomben im Jahr 1977 taten ein Übriges - der Baumbestand der einst grünen Insel war auf 20 % reduziert. In den Staatswäldern, an den Hängen des Troodos-Gebirges, die einen Großteil der Wälder Zyperns ausmachen, läuft seit 1982 ein großangelegtes Wiederaufforstungsprogramm. Spezielle Feuerbekämpfungstruppen wurden geschaffen und Forsttelefone für Notrufe eingerichtet. Waldreservate und Nationalparks, wie etwa bei Kyrenia, tragen ebenfalls zum Schutz des Waldes bei. Die Aleppo-Kiefer (Pinus Halepensis) wächst in tieferen Regionen und deckt fast 90% des Baumbestandes ab. In Höhen über 1.200 m findet man im Troodos-Gebirge die zuweilen bizarr wirkende Schwarzkiefer, Zypressen, Eichen und Zedern, in seinen Ausläufern Eukalyptus- und Olivenbäume. Aufgrund des milden Klimas gedeihen auch Apfel-, Kirsch- und Birnenbäume sowie Mandel- und Nussbäume bis in 1.200 m Höhe. Berühmt ist das alljährliche Kirschblütenfest im Troodos-Dorf Pedoules. Große Landesteile Zyperns sind mit Trockenmacchia bewachsen. In den Ebenen und im Vorgebirge findet man Johannisbrot- und Lorbeerbäume, es werden Wein, Zitrusfrüchte und Bananen angebaut, in der Mesaoria-Ebene Getreide und Gemüse. 

Fauna

Weniger artenreich ist die Tierwelt Zyperns. Am bekanntesten ist wohl das zypriotische Mufflon (griech. agrino), ein mittlerweile unter Naturschutz stehendes Wildschaf. Das Mufflon ist sonst nur noch auf Sardinien und Korsika heimisch. Im Freigehege der Forststation „Stavros tis Psokas“ können Sie diese interessanten Tiere bewundern. Wildleoparden, Hirsche und Wildesel, die im Mittelalter noch häufig anzu-treffen waren, sind schon längst ausgerottet. In den Wäldern Zyperns leben nun Kleintiere wie Hasen, Kaninchen, Füchse, Eichhörnchen und Wiesel. Eidechsen, Chamäleons und Wasserschildkröten haben ihren Lebensraum nach wie vor auf der Insel. Beim Wandern ist festes Schuhwerk zu empfehlen, denn es gibt auch Giftschlangen: die schwarzgepunktete, grüne Koupli und die karogemusterte Elefanti-Natter. Unter den 300 Vogelarten, die auf Zypern leben, sind Seidensänger, Rebhühner, Kohlmeisen und Wildtauben, Haubenkrähen, Baumläufer, Kreuzschnäbel und Schopf-lerchen. In den Bergregionen gibt es Falken, Geier und Kaiseradler, in den Sumpfgebieten Reiher und Schnepfen. Zweimal im Jahr ist Zypern Station für viele Zugvögel auf ihrer Route zwischen drei Kontinenten. Bis zu 1.000 Flamingos überwintern jährlich an den Salzseen von Larnaca und Akrotiri, nahe Limassol. Einige Kilometer südwestlich von Paphos, in der Lara Bay, liegen die Brutplätze der seltenen Meeresschildkröten Caretta caretta und Chelonia mydas (gemeinhin als „Suppenschildkröte” bezeichnet), die in Zypern seit 1971 unter Naturschutz stehen. Zu ihrem Schutz wurde im Jahre 1978 das „Lara Projekt” ins Leben gerufen, bei dem sich einige Mitglieder des „Departement of Fisheries“ speziell um die Erhaltung dieser Tiere bemühen. Die Nester, die von den Schildkröten im Sand angelegt werden, schützt man durch Drahtkörbe und auch von anderen Stränden werden vereinzelt ausgelegte Eier eingesammelt und in die Lara Bay gebracht.  Hier sind sie vor Strandfüchsen, Krähen und Habichten sicher. Viele der frischgeschlüpften Schildkröten zieht man in Unterwasserkäfigen auf. Sie werden freigelassen, sobald sie sich den lauernden Gefahren widersetzen können. Heute schlüpfen jährlich in der Lara Bay ca. 4.000 Meeresschildkröten. 

Sehenswertes

Nicosia

Die größte Stadt und Hauptstadt der Insel liegt in der weiten Mesaoria-Ebene. In Nicosia haben die Regierung, die Botschaften, alle zentralen Organisationen und Firmen ihren Sitz. Die Stadt selbst zeigt sich in zwei verschiedenen Gesichtern: Der alte, ursprüngliche Teil der Stadt, der von einer ca. 400 Jahre alten venezianischen Mauer umgeben ist und die moderne Metropole mit großen Wohnblöcken, Banken, Hotels, Geschäften und Vergnügungsvierteln. Nicosia - die geteilte Hauptstadt der Insel – ist die bestehende Erinnerung an die gewaltsame Teilung 1974. Die Demarkationslinie verläuft durch die Mitte der Stadt und macht sie zu der letzten geteilten Hauptstadt. Zwar besteht die Grenze bloß aus Sandsäcken, Stacheldraht und alten Ölfässern, doch ist sie ebenso undurchlässig wie einst die Berliner Mauer. Einer der drei Grenzübergänge ist die Verlängerung der Ledra Straße, die Einkaufsmeile Nicosias. Touristen der Republik Zypern erhalten bei Grenzübertritt ein Tagestouristenvisum.

Sehenswürdigkeiten von Nicosia:

Zypern Museum

Es ist das größte und bedeutendste Museum der Insel und präsentiert in 14 Räumen eine der besten archäologischen Sammlungen des Nahen Ostens, Ausstellungsstücke vom Neolithikum bis zur hellenischen und römischen Epoche.

Volkskundemuseum (Kyprianosplatz - im alten erzbischöflichen Palast)

Es zeigt Gegenstände zypriotischer Volkskunst und des Brauchtums wie bäuerliches Mobilar, Stickereien, Webarbeiten, Webstühle, Schmuck und andere Handarbeiten.

Erzbischöflischer Palast

Er ist Mittelpunkt der orthodoxen Kirche Zyperns und im Jahre 1960 im neubyzantinischen Stil erbaut worden.

Famagusta Tor

Die venezianische Umwallung der Altstadt hat eine Länge von ca. 4 km und weist 11 herzförmige Bastionen auf. Es gab nur 3 Torzugänge der Stadt. Eines dieser Tore - Famagusta Tor genannt - ist renoviert worden und dient nun als Kulturzentrum der Stadt.

Laiki Yitonia

Ein restauriertes, für den Autoverkehr gesperrtes Altstadtviertel, östlich des Eleftheria-Platzes, mit traditionellen Häusern und Geschäften, Restaurants und einer Galerie - alles liebevoll gestaltet als typisches Beispiel zyprischer, urbaner Architektur einer vergangenen Zeit.

Kunstgewerbezentrum - Cyprus Handikaft Center

Dieses staatliche Kunstgewerbezentrum am Südstadtrand gelegen, zeigt die traditionellen zypriotischen Handarbeiten, Spitzendecken aus Lefkara und Omodhos, bunte Webarbeiten aus Fyti, Töpferwaren aus Phini und Kornos, Korbwaren aus Liopetri, Silberschmuck aus Lefkara  und süßes Konfekt „Cyprus Delight“ aus Geroskipou, welche einzigartige Mitbringsel sind und auch dort erworben werden können.

Fikardou – Museumsdorf  (20 km südlich von Nicosia)

Das Dorf steht seit 1978 unter Denkmalschutz, es wurde originalgetreu im Stil des 18. Jahrhunderts restauriert. Die Häuser mit ihren alten Möbeln, Geräten und eine Fotodokumentation zeigen das frühere Dorfleben.

Kloster Machairas (25 km südlich von Nicosia)

Das im 12. Jahrhundert gegründete Mönchkloster liegt in ca. 900 m Höhe am Hang des Berges Kionia. Die Kirche ist mit Wandmalereien im byzantinischen Stil ausgestaltet.

Limassol

Mit einer Einwohnerzahl von ca. 150.000 ist Limassol die zweitgrößte Stadt Zyperns. Sie hat sich seit 1974 zu einer modernen Großstadt und einem bedeutenden Fremdenverkehrs- und Wirschaftszentrum entwickelt. Die Stadt ist Zentrum der Weinproduktion und besteht heute aus der Hotelstadt im Osten und der Altstadt im Westen, die dem Besucher noch immer einen orientalisch anmutenden Charakter bietet. Das Nachtleben und Feiern wird hier großgeschrieben. So findet im Frühjahr ein großer Karnevalsumzug, im Juni/Juli das “International Arts Festival” und im September das Weinfestival statt. Ein Anziehungspunkt ist die Uferpromenade am Fuße der Altstadt, die am Wochenende auch als Flohmarkt dient.

Paphos

Paphos ist eine kleine, reizende Hafenstadt im Westen der Insel. Einige Male war sie auch Hauptstadt Zyperns und hat eine Geschichte, die Tausende von Jahren zurückgeht. Vom modernen Stadtzentrum bis zum malerischen Hafen, sowie entlang der Küste, liegen zahllose antike Stätten. Paphos ist Zentrum der Aphroditeverehrung.

Larnaca

Die drittgrößte Stadt Zyperns (ca. 65.000 Einwohner) liegt an einer großen Bucht im Südosten der Insel auf den Ruinen der antiken Stadt Kition. Seit der türkischen Besetzung des Nordteiles der Insel hat die Stadt an Bedeutung gewonnen. Der Verlust des Hafens von Famagusta steigerte die Bedeutung des Hafens von Larnaca. Der Verlust des Flughafens Ercan im türkisch besetzten Teil von Nicosia, wurde durch den Ausbau des internationalen Flughafens von Larnaca kompensiert. Die Stadt hat von allen zypriotischen Städten die schönsten Strände. Die Altstadt grenzt direkt an die breiten mit  Palmen umsäumten Uferpromenade.

Ayia Napa / Protaras

Seit der Teilung 1974 und dem Verlust von Famagusta an die Türken, hat sich die Gegend um Ayia Napa und später auch Protaras zum beliebtesten Feriengebiet der Insel entwickelt. Hier befinden sich die schönsten Sandstrände Zyperns. Alle erdenklichen Wassersport-arten werden dem Urlauber geboten. Auch Bars, Tavernen, Diskotheken und Souvenirläden lassen keine Wünsche offen. Des Wegen wird Ayia Napa auch gerne als das „Ibiza des östlichen Mittelmeeres“ bezeichnet.

Famagusta / Ammochostos

Bis zum Jahre 1974 - der brutalen Teilung der Insel - war Famagusta die größte Hafenstadt Zyperns, und spielte im Fremdenverkehr wegen der ausgezeichneten Strände sowie der Nähe zu den archäologischen Hauptsehens-würdigkeiten von Salamis eine herausragende Rolle. Im Ortsteil Varosha entwickelte sich eine Hotelstadt entlang der Sandstrände, in der über 10.000 Fremdenbetten entstanden. Vor der Besatzung 1974 wohnten innerhalb der Stadtmauern nur ca. 3.000 türkische und außerhalb in den modernen Stadt-vierteln etwa 37.000 griechische Zyprioten. Seit 1974 steht das Touristen-zentrum leer; Hotels und Häuser sind verfallen. Die Türken erklärten Varosha zur militärischen Sperrzone. Die griechischen Zyprioten sind ausnahmslos in den Süden der Insel geflüchtet.

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